Nachhaltig leben im Revier auf der tu! Hambach 2026: Planspiel und Netzwerke im Dialog
Mit einem Netzwerkstand zum Engagement für Nachhaltigkeit im Rheinischen Revier und einem Planspiel-Angebot zum Thema nachhaltige Mobilität in Tagebau-Regionen beteiligte sich Nachhaltig leben im Revier in diesem Jahr an der tu! Hambach in Bürgewald.

Vom 10. bis 14. Juni 2026 öffnete die tu! Hambach in Bürgewald (ehemals Morschenich-Alt) ihre Tore, um Akteur:innen aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenzubringen und gemeinsam über den Strukturwandel im Rheinischen Revier zu diskutieren. Die Beiträge griffen ein breites Themenspektrum auf: von Gerechtigkeitsfragen und Erinnerungsarbeit, über Kunst und Kultur bis hin zu nachhaltigem Bauen sowie Tourismus- und Dorfentwicklung, Architektur, Bürgerenergie und darüber hinaus. In verschiedenen Formaten wie Workshops, Vorträgen, Ausstellungen, Gesprächsrunden und Exkursionen konnten sich die Teilnehmende informieren, austauschen und inspirieren lassen.
Das Projekt Nachhaltig leben im Revier war mit zwei Beiträgen vertreten und gab interessierten Bürger:innen Einblicke in die vielfältige Engagementlandschaft im Rheinischen Revier.
Am Donnerstag stand das Planspiel „Alte Dörfer, neue Wege – Mobilität mitgestalten im Braunkohlerevier“ im Mittelpunkt. Lehrkräfte, Multiplikator:innen und andere Interessierte konnten Ablauf und Ziele kennenlernen. Das Planspiel richtet sich an Teilnehmende ab 16 Jahren und kann mit 7 bis 26 Personen gespielt werden. In verschiedenen Rollen – von Bürgerinitiativen über Wirtschaftsvertretungen bis zur Verwaltung – werden am Runden Tisch Linien für den ÖPNV-Ausbau diskutiert und sechs Handlungsempfehlungen erarbeitet. „Mit dem Planspiel können junge Erwachsene erleben, welche Probleme der Braunkohletagebau für die Anwohner:innen aufwirft, aber auch wie durch demokratische Beteiligung gute Kompromisse und tragfähige Lösungen gefunden werden können“, erklärt Georg Wagner, Botschafter für Nachhaltigen Konsum im Projekt Nachhaltig leben im Revier
Am Samstag stand die Vernetzung des Engagements für Nachhaltigkeit im Rheinischen Revier im Fokus. Das Projekt begleitet und unterstützt derzeit im Kreis Heinsberg, im Rhein-Kreis Neuss, im Kreis Euskirchen und in Mönchengladbach vier Netzwerke Nachhaltigkeit (NeNas). Ziel der Netzwerke aus Engagierten aus Initiativen, Vereinen und Bildungseinrichtungen sowie auch Vertreter:innen von Kommunalverwaltungen, ist es, sich gemeinsam für nachhaltige Kommunen einzusetzen: Mehr Grün in der Stadt durch Gemeinschaftsgärten oder begrünte Dächer; nachhaltige Mobilitätslösungen durch Fahrradstraßen und einen attraktiven ÖPNV; eine klimaangepasste, ressourcenschonende Kommune – das ist die Vision, die am Stand auf einem Poster präsentiert wurde. Engagierte aus dem Netzwerk Mönchengladbach betreuten den Stand mit und sprachen mit Interessierten. „Die Vision einer nachhaltigen Kommune stieß bei vielen Besucher:innen auf reges Interesse“, sagt Silvia Erbrath, die sich im NeNa Mönchengladbach engagiert.
Der Netzwerkstand diente vor allem dazu, verschiedene Perspektiven zusammenbringen und den Besucher:innen der tu! die Gelegenheit zu geben, sich mit anderen über Projekte und Vorhaben aus der Region auszutauschen. So berichtete eine Besucherin von ihren Planungen für ein genossenschaftliches Wohnprojekt, bei dem Nachhaltigkeit und soziales Miteinander im Vordergrund stehen. Für die Umsetzung sucht die Gruppe noch weitere Mitstreiter:innen.
Die Gespräche und Begegnungen auf der tu! Hambach 2026 zeigten: Nachhaltigkeit im Rheinischen Revier lebt von der Vielfalt der Ideen und vom Engagement der Menschen. Zugleich wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich der Geschichte des Ortes und der Menschen, die dort lebten, bewusst zu sein – auch mit Blick auf die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen.
Netzwerke Nachhaltigkeit im Rheinischen Revier
In den vier regionalen Netzwerken organisieren und vernetzen sich Initiativen und Gruppen im Bereich nachhaltiger Konsum. Gemeinsam mit kommunalen Akteur:innen arbeiten sie daran, Nachhaltigkeit in den Städten und Kreisen voranzubringen, Ressourcen zu bündeln und bestehendes Engagement sichtbarer zu machen.


