Forschungsprojekt „Solar – Na klar!“

Stand:
Von September 2023 bis Januar 2024 haben Bürger:innen mit der Verbraucherzentrale NRW sowie der Heinrich-Heine-Universität zur Verbreitung von Steckersolar-Geräten geforscht.
Bürgerforschungsprojekt "Solar - Na Klar!"
Off

Mit Steckersolar-Geräten (SSG) kann man auf dem Balkon oder der Terrasse Sonnenstrom gewinnen und diesen in den eigenen Haushalt einspeisen. Die kleinen Photovoltaiksysteme lassen sich leicht installieren – und haben daher das Potential, die Energiewende „von unten“ zu stärken. Ziel des Bürger-Forschungsprojekt „Solar – Na klar!“ war es, die Erfahrungen von Steckersolar-Nutzer:innen besser kennenzulernen. Wie wurde sich vorab informiert, welche Kaufmotive gab es? Was für Probleme und Hindernisse gab es bei der Anschaffung? Welche Erfahrungen werden geteilt und wie können weitere Personen zum Kauf motiviert werden? Die Antworten bieten Aufschluss darüber, wie die Verbreitung der „Balkonkraftwerke“ befördert werden kann.

Das Bürgerwissenschaftsprojekt (Citizen Science) umfasste fünf aufeinander aufbauende Workshops, die zwischen September 2023 bis Januar 2024 stattfanden. Begleitet wurden sie von Forscher:innen des Instituts für Verbraucherwissenschaften (IfV) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie von Energie-Expert:innen der Verbraucherzentrale NRW.

Beteiligt haben sich 18 Bürger:innen aus dem Rheinischen Revier, die selbst bereits ein Steckersolar-Gerät besitzen. Diese sogenannten Citizen Scientists brachten sich aktiv in alle Phasen des Forschungsprojekts ein.

Gruppenbild "Solar - Na klar!"

Den Auftakt des Forschungsprojekts bildete der erste Workshop, der in Präsenz in Düren stattfand. Dort wurden nach einem Kennenlernen qualitative Fokusgruppeninterviews durchgeführt. In den folgenden Online-Workshops wurden die Ergebnisse der Fokusgruppen gemeinsam diskutiert und aus den gewonnen Erkenntnissen ein Fragebogen entwickelt. Dieser wurde in einer quantitativen Onlinebefragung über Sosci-Survey eingesetzt. Zielgruppe dieser Befragung waren SSG-Besitzer:innen aus dem Rheinischen Revier. Auch bei der Verbreitung der Umfrage waren die Citizen Scientists sehr engagiert, sodass insgesamt 329 Fragebögen ausgefüllt wurden.

"Solar - Na klar!" Workshop

Anschließend stand die statistische Auswertung sowie Diskussion und Interpretation der Ergebnisse an. Hierbei traf sich die Forschungsgruppe online und Mitte Januar erneut in Düren. Dort konnten aus den gewonnen Erkenntnissen direkt mögliche Maßnahmen auf der individuellen Handlungsebene entwickelt werden, aber auch für verschiedene Stakeholder wie zum Beispiel die Politik, Händler oder die Verbraucherzentrale.

"Solar - Na klar!" Workshop

In die Workshops des Forschungsprojekts wurden verschiedene Fachvorträge eingebunden. Im Oktober hielt Jörg Sutter von der Verbraucherzentrale NRW einen Vortrag zu politischen und rechtlichen Entwicklungen sowie über den (Un)Sinn von Speichern bei SSG. Prof. Dr. Andreas Bett vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hielt im November einen Vortrag über vergangene und zukünftige Forschung und Entwicklung im Bereich Photovoltaik. Taalke Wolf vom Solarenergieförderverein berichtete beim Abschlussworkshop im Januar vom Projekt „packsdrauf“ und stellte Möglichkeiten zum Engagement vor.

"Solar - Na klar!" Workshop

Transfer der Forschungserkenntnisse

Am 23. April 2024 fand die Dialogveranstaltung „Solar – Na klar! Wie gelingt die Energiewende gemeinsam?“ statt. Bei dieser wurde gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik, Kommunen, Energiefachleuten und Zivilgesellschaft darüber diskutiert, wie die Energiewende „von unten“ vorangebracht werden kann. Grundlage hierfür stellten die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt sowie weitere Fachinputs dar.

Ausgewählte Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt sind auf einer Ergebniswebsite zusammengefasst

Außerdem wurden auf Basis der Erkenntnisse vom Institut für Verbaucherwissenschaften (IfV) zwei wissenschaftliche Beiträge entwickelt:

  • Katharina Rzepucha-Hlubek: „Citizen Science in der Energiewende“, eingereicht als Beitrag für das „Jahrbuch Konsum & Verbraucherwissenschaften 2025“ des Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW
  • Katharina Rzepucha-Hlubek: „The Easy Way of Participating in Energy Transition – Investigating the Purchase Intention for Plug-in Solar Devices Using an Extended Theory of Consumption Values“, eingereicht als Beitrag für die Fachzeitschrift„Energy Research & Social Science“

Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Beiträge noch nicht veröffentlicht

Wenn Sie interessiert an den Ergebnissen des Forschungsprojektes sind, melden Sie sich gerne bei den unten stehenden Kontaktdaten.


Kontakt:

Marie Ufert
Tel.: 0211-91380 1208

Felix Langer
Tel.: 0211-91380 2147
citizen-science@verbraucherzentrale.nrw


MehrWertRevier ist ein Projekt der Verbraucherzentrale NRW im Rahmen des Programms
"Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen" (KoMoNa)

Förderlogos mit den Texten "Gefördert durch: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit" sowie "Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen"