Gemeinsam gärtnern am Hochbeet: Schüler:innen lernen Gemüseanbau auf der Landesgartenschau
Im Grünen Klassenzimmer der Landesgartenschau Neuss lernen Schüler:innen der 8. Klasse des Marienberg-Gymnasiums und der MINT-AG der Janusz-Korczak-Gesamtschule seit April nachhaltiges Gärtnern praxisnah kennen – vom Aufbau der Hochbeete über die Aussaat bis zur Ernte.

Von der Theorie zur Praxis: Hochbeete als lebendige Klassenzimmer
Im Grünen Klassenzimmer der Landesgartenschau Neuss entstehen zwei Hochbeete, die die Schüler:innen selbst planen, bauen, befüllen und ernten. Von der Konstruktion mit Wühlmausgitter, und der Schichtung des Befüllungsmaterials über die Pflege der Beete bis hin zur Ernte – jede:r bringt sich und die eigenen Stärken aktiv ein. Wie Lisa Ribbe, Botschafterin für nachhaltigen Konsum im Projekt „Nachhaltig leben im Revier“, betont, erleben die Schüler:innen hier, wie sie durch eigenes Handeln ihre Umgebung grüner gestalten und gleichzeitig Selbstversorgung und Biodiversität fördern können: „Das ist gelebte Bildung für nachhaltige Entwicklung.“
Die Workshops orientieren sich an den Prinzipien der Permakultur, Mischkultur und biodynamischen Landwirtschaft. Dabei lernen die Schüler:innen nicht nur die Grundlagen des ökologischen Gärtnerns kennen, sondern auch, wie sie Pflanzenwachstum durch gute und schlechte Nachbarn beeinflussen können, wie sie Nützlinge anlocken und Schädlinge abwehren können. Ein Erfolg ist das Projekt auch dank der Unterstützung der Natur und Umweltakademie NRW sowie des Landesverbandes der Gartenbauvereine NRW e. V. , die beim regelmäßigen Gießen der Pflanzen tatkräftig geholfen haben.
Die gemeinsame Beetplanung war ein Highlight der Workshops – nicht nur, weil sie Spaß gemacht hat, sondern auch, weil sie zeigte, wie komplex und gleichzeitig kreativ ökologisches Gärtnern sein kann. Den Schüler:innen wurden verschiedene Sorten zugeteilt – von Radieschen über Kapuzinerkresse bis zu Tomaten. Direkt spürbar war, dass sie schnell ein starkes Verantwortungsgefühl für die jeweiligen Sorten entwickelten, die ihre Gruppe eingepflanzt hatte. Spannend war auch der Bau von Ollas – tönerne Gefäße, die bei der Bewässerung helfen – sowie das Ausbringen von natürlichen Düngemitteln wie Klee-Pellets, die nicht nur effektiv, sondern sogar essbar sind. „Der Dünger schmeckt ja wie Matcha!“ war dabei ein überraschter Kommentar mehrerer Schülerinnen der Janusz-Korczak-Gesamtschule. Zudem besuchten die Schulgruppen das Wurmhotel „Villa Wurm“, das zeigt, wie Dünger durch Kompostierung mit Würmern mitten in der Stadt hergestellt werden kann, ob alleine oder in Gemeinschaft mit anderen Bürger:innen.
Zum Abschluss der Workshopreihe erwartet die Schulklassen noch ein besonderer Höhepunkt: die Ernte des selbst angebauten Gemüses und die gemeinsame Verarbeitung mit Hilfe einer mobilen Outdoor-Küche zu leckeren Gerichten. „Der Rucola ist viel besser als gekaufter!“ – war eine begeisterte Rückmeldung einer Schülerin der Janusz-Korczak Gesamtschule, bevor dieser in einem Salat und zu Pesto verarbeitet wurde.
Workshops mit nachhaltigem Effekt
Die Workshops sind geprägt von Teamarbeit, Neugier und sichtbaren Erfolgen. „Hier sehen die Schüler:innen direkt, wie ihr Engagement Früchte trägt – im wahrsten Sinne des Wortes. Das stärkt nicht nur das Verständnis für ökologische Zusammenhänge, sondern auch das Selbstbewusstsein, selbst etwas bewegen zu können“, erklärt Dominique Choina, Bildungsreferentin des Projekts „Nachhaltig leben im Revier“. Die lockere, aber lehrreiche Atmosphäre kommt bei den Schüler:innen gut an: „Sonne, gute Stimmung – hier können wir einfach mal ausprobieren und kreativ sein!“ ist der Kommentar einer Schülerin am Marienberg-Gymnasium.












